Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung

Die Beitrags­bemessungs­grenze der gesetz­lichen Kranken­versicherung ist die Einkommens­grenze, bis zu der das Einkommen des Versicherten beitrags­pflichtig ist.

Einnahmen, die diesen Betrag über­schreiten, werden bei der Berechnung der Beiträge für die Kranken­kasse nicht berück­sichtigt (§ 223 SGB V Abs. 3).

Nicht verwechselt werden sollte die Beitrags­bemessungs­grenze mit der Versicherungspflichtgrenze der gesetz­lichen Kranken­versicherung. Die Versicherungs­pflicht­grenze (§ 6 SGB V Abs. 1) bestimmt die Höhe des Brutto­einkommens, das ein Angestellter mindestens vorweisen muss, um in die private Kranken­versicherung wechseln zu können.

JahrBeitrags­bemessungs­grenze
jährlich
Beitrags­bemessungs­grenze
monatlich
Veränderung
ggü. Vorjahr
201752.200 €4.350,00 €+ 2,65 %
201650.850 €4.237,50 €+ 2,73 %
201549.500 €4.125,00 €+ 1,85 %
201448.600 €4.050,00 €+ 2,86 %
201347.250 €3.937,50 €+ 2,94 %
201245.900 €3.825,00 €+ 3,03 %
201144.550 €3.712,50 €- 1,00 %
201045.000 €3.750,00 €+ 2,04 %
200944.100 €3.675,00 €+ 2,08 %
200843.200 €3.600,00 €+ 1,05 %
200742.750 €3.562,50 €+ 0,00 %
200642.750 €3.562,50 €+ 1,06 %
200542.300 €3.525,00 €+ 1,08 %
Beitrags­bemessungs­grenzen der gesetzlichen Krankenversicherung, Quelle: Veröffentlichungen der Bundesregierung

Die Tabelle zeigt die Entwick­lung der Beitrags­bemessungs­grenzen der Kranken­versicherung bis 2016 sowie die zuletzt vom Kabinett beschlossene Beitrags­bemessungs­grenze für das Jahr 2017 (nachzu­lesen in folgendem Artikel: Neue Bemessungs­grenzen für 2017).

Einfluss der Beitrags­bemessungs­grenze auf den Kranken­kassen­beitrag

Mit steigendem Einkommen erhöhen sich auch die Beiträge zur gesetz­lichen Kranken­versicherung. Liegt das Gehalt jedoch bereits über der aktuellen Beitrags­bemessungs­grenze, dann ändert sich bei einer Gehalts­erhöhung nichts am zu zahlenden Kranken­kassen­beitrag.

Allerdings wird die Höhe der Beitrags­bemessungs­grenze jähr­lich (entsprechend der Veränderung der Bruttolöhne und -gehälter in Deutsch­land) angepasst. Dies wiederum hat direkte Auswir­kungen für Gutverdienende.

Wessen Einkommen beispiels­weise aktuell über der Beitrags­bemessungs­grenze 2016 liegt, zahlt durch die Erhöhung der Bemessungs­grenze ab 2017 auch einen höheren monat­lichen Beitrag zur Kranken­versicherung (siehe Beispiel 2 unten).

Beitragssatz und Berechnung des Beitrags für die Kranken­versicherung

Seit Januar 2015 beträgt der allgemeine Beitrags­satz für gesetz­lich Versicherte 14,6 % des beitrags­pflichtigen Einkommens. Die Hälfte dieses Beitrags­satzes zahlt der Arbeit­geber (7,3 %), die andere Hälfte (auch 7,3 %) übernimmt der Arbeit­nehmer.

Hinzu kommt ein ebenfalls einkommmens­abhängiger Zusatz­beitrag, der von jeder Kranken­kasse individuell fest­gelegt wird und nur vom Arbeit­nehmer zu zahlen ist. Diese Zusatz­beiträge liegen in 2017 je nach Kranken­kasse zwischen 0,0 % und 1,7 %. Einen Über­blick über die unter­schied­lich hohen Beiträge der Kranken­versicherungen aufgrund der indivi­duellen Zusatz­beiträge finden Sie in unserem Vergleich der gesetz­lichen Krankenkassen.

Beispiel 1 (Gehalt liegt unter der Beitrags­bemessungs­grenze):Bei einem Monats-Bruttogehalt von 3.000 Euro zahlt der Arbeitgeber für den Beschäftigten einen Beitrag in Höhe von 7,3 % von 3.000, also 219,00 Euro. Der Anteil, den der Arbeit­nehmer hat, hängt von seiner Kranken­kasse ab.

Verlangt die Kranken­kasse einen Zusatz­beitrag von 0,0 %, zahlt der Arbeit­nehmer ebenfalls 7,3 % von 3.000, also 219,00 Euro. Ist er bei einer Kranken­kasse versichert, die einen Zusatz­beitrag von beispiels­weise 1,5% nimmt, dann werden hier monat­lich bereits 8,8 % von 3.000, also 249,00 Euro für die Kranken­versicherung fällig.

Die Beitragsbemessungs­grenze bzw. eine Erhöhung der Beitrags­bemessungs­grenze ist für diesen Arbeit­nehmer nicht von Bedeutung. Denn sein Monats­gehalt von 3.000 Euro liegt deut­lich unter der Beitrags­bemessungs­grenze von 4.350,00 Euro Euro (aktueller Wert in 2017).

In der tabellarischen Über­sicht sehen Sie, dass sich für das oben genannte beispiel­hafte Gehalt von 3.000 Euro die Kranken­kassen­beiträge von 2016 auf 2017 zwar nicht ändern, aber sich je nach Höhe des Zusatz­beitrags der Kranken­versicherung des Arbeit­nehmers dennoch unterscheiden:

ArbeitgeberArbeitnehmer
Höhe Zusatz­beitrag2016201720162017
0,0%219,00 €219,00 €219,00 €219,00 €
0,5%219,00 €219,00 €234,00 €234,00 €
1,0%219,00 €219,00 €249,00 €249,00 €
1,5%219,00 €219,00 €264,00 €264,00 €
Krankenkassenbeiträge für beispiel­haftes Monats-Bruttogehalt von 3.000 €

Beispiel 2 (Gehalt liegt über der Beitrags­bemessungs­grenze):Ein Angestellter verdient monat­lich 5.000 Euro. Dieser Betrag liegt in 2016 über der Beitrags­bemessungs­grenze von 4.237,50 Euro. Der Kranken­kassen­beitrag wird also nur auf diese Grenze berechnet. Entsprechend ermittelt sich der vom Arbeit­geber für den Angestellten zu zahlende Kranken­kassen­beitrag als 7,3 % von 4.237,50 Euro, was 309,34 Euro ergibt.

Falls die Krankenkasse einen Zusatz­beitrag von 1,0 % verlangt, zahlt der Arbeit­nehmer im Jahr 2016 einen monat­lichen Beitrag von 351,71 Euro (8,3 % von 4.237,50 Euro).

Für das Jahr 2017 hat die Bundes­regierung aufgrund der gestiegenen Löhne und Gehälter eine höhere Beitrags­bemessungs­grenze von monat­lich 4.350,00 Euro fest­gelegt (siehe Tabelle oben).

Ab 2017 steigen in diesen Fall für den Arbeit­geber die Beiträge für die Kranken­versicherung auf 317,55 Euro (7,3 % von 4.350,00 Euro) und für den Arbeit­nehmer auf 361,05 Euro (8,3 % von 4.350,00 Euro).

Hier nochmal eine Übersicht über die Veränderung der maximalen Kranken­kassen­beiträge von 2016 auf 2017 in Abhängig­keit der Höhe des Zusatz­beitrags der gewählten Kranken­versicherung:

ArbeitgeberArbeitnehmer
Höhe Zusatz­beitrag2016201720162017
0,0%309,34 €317,55 €309,34 €317,55 €
0,5%309,34 €317,55 €330,53 €339,30 €
1,0%309,34 €317,55 €351,71 €361,05 €
1,5%309,34 €317,55 €372,90 €382,80 €
Krankenkassenbeiträge für Monats-Brutto­gehälter über der jeweils gültigen Beitrags­bemessungs­grenze
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