Höhe des Krankengelds

Wie sich die Krankengeld-Höhe berechnet, ist in § 47 Sozialgesetzbuch V (Gesetzliche Krankenversicherung) geregelt.

Das Gesetz beschreibt im Wesentlichen die folgenden drei Regeln zur Berechnung der Höhe des Krankengelds. Wie hoch Ihr individuelles Krankengeld wäre, können Sie anhand dieser Regeln relativ gut abschätzen oder dafür unseren Krankengeldrechner verwenden.

Höhe Krankengeld, Regel 1: Das tägliche Krankengeld beträgt 70 % des Brutto-Regel­ent­gelts, wobei das Brutto-Regel­entgelt durch die Beitrags­bemessungs­grenze (4.350 € monatlich in 2017) nach oben begrenzt ist.

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Dies ergibt für das Jahr 2017 ein Höchst­kranken­geld von 3.045 € pro Monat bzw. 101,50 € pro Tag.

Das Brutto-Regelentgelt setzt sich zusammen aus dem letzten Brutto-Monats­gehalt vor Beginn der Arbeits­un­fähigkeit (geteilt durch 30) sowie den in der Kranken­versicherung beitrags­pflichtigen Einmal­zahlungen der letzten zwölf Monate (geteilt durch 360).

Einmalzahlungen sind beispielsweise Urlaubs­geld, Weihnachts­geld, zusätz­liche Monats­gehälter (13. und 14. Gehalt), Gewinn­beteili­gun­gen, Urlaubs­abgel­tungen oder auch Jubiläums­zah­lun­gen.

Der beitrags­pflichtige Teil der Einmal­zah­lun­gen ist der Teil, der der Beitrags­berech­nung der Kranken­ver­sicherung in den letzten 12 Monaten zugrunde gelegen hat. Die Höhe lässt sich im All­ge­meinen mit Hilfe der Gehalts­abrech­nungen, die die Einmal­zahlungen enthalten, ermitteln.

Höhe Krankengeld, Regel 2: Das tägliche Krankengeld darf 90 % des Netto-Regelentgelts nicht überschreiten.

Das Netto-Regelentgelt ist das monatliche Netto­arbeitsentgelt (geteilt durch 30) zuzüglich der beitrags­pflichtigen Einmal­zahlungen der letzten 12 Monate (geteilt durch 360) multi­pli­ziert mit dem Anteil Netto durch Brutto.

Höhe Krankengeld, Regel 3: Das Krankengeld darf 100 % des kalender­täg­lichen Netto­arbeitsengelts nicht über­schreiten.

Das kalender­täg­liche Netto­arbeitsentgelt entspricht dem monat­lichen Netto­gehalt geteilt durch 30. Durch die Berück­sich­tigung der Einmal­zahlungen beim Netto-Regel­entgelt (Regel 2) kann es sein, dass 90 % des Netto-Regelent­gelts höher sind als 100 % des tat­säch­lichen Netto­gehalts. Daher ist die zusätz­liche Regel 3 notwendig.

Brutto-Krankengeld: Das tägliche Brutto-Krankengeld entspricht dem kleinsten der in Regel 1 bis 3 berechneten Werte. Das heißt, es ist das Minimum aus 70 % des Brutto-Regel­ent­gelts, 90 % des Netto-Regelentgelts und 100 % des tatsäch­lichen Nettoarbeits­entgelts.

Netto-Krankengeld: Um vom Brutto-Krankengeld zum Netto-Krankengeld zu gelangen, müssen noch die Sozial­versicherungs­beiträge abge­zogen werden. Dies sind 2017 folgende Prozent­sätze: Renten­ver­sicherungs­beitrag in Höhe von 9,35 % des Krankengelds, Arbeits­losen­ver­sicherungs­beitrag in Höhe von 1,5 % des Kranken­gelds und Pflege­ver­sicherungs­beitrag in Höhe von 1,275 % bis 2,025 % des Kranken­gelds.

Höhe Pflege­ver­sicherungs­beitrag: Der Beitrag zur Pflege­ver­sicherung beträgt ab Januar 2017 in allen Bundes­ländern außer Sachsen 1,275 % des Kranken­gelds und in Sachsen 1,775 % des Kranken­gelds. Hinzu kommen für Arbeit­nehmer, die einen Zusatz­beitrag zur Pflege­versicherung zahlen müssen, nochmal 0,25 %, so dass für diese Personen die Höhe des Pflege­ver­sicherungs­beitrags insgesamt 1,525 % (bzw. 2,025 % in Sachsen) beträgt. Ein Zusatz­beitrag zur Pflege­versicherung muss in der Regel von Kinder­losen ab dem voll­en­deten 23. Lebens­jahr gezahlt werden.

krankengeld-rechner

Die hier beschriebene Berechnung ist auch in unserem Krankengeldrechner (mit Ausnahme der Besonder­heit in Sachsen) umgesetzt. Das heißt, der Rechner ermittelt die Höhe des täg­lichen Brutto-Kranken­gelds (inklusive der drei Zwischen­werte), die Höhe der Sozial­versicherungs­beiträge, sowie die Höhe des täg­lichen Netto-Krankengelds.

Zudem berechnet der Kranken­geld­rechner auch das monat­liche Netto-Kranken­geld, damit Sie einen direkten Vergleich zu Ihrem monat­lichen Netto­gehalt haben. Bitte beachten Sie, dass die hier genannten Regeln bzw. unser Kranken­geld­rechner nicht alle indivi­duellen Besonder­heiten berück­sichtigen kann und es daher keine exakte Berech­nung der Krankengeld-Höhe, sondern nur eine gute Abschätzung ist.

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