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Wie hoch ist der Mindestlohn?

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Einführung des Mindestlohns

Der gesetzliche Mindestlohn wurde zum 01.01.2015 in Deutschland eingeführt. Ziel des Mindestlohn-Gesetzes ist es, in naher Zukunft in allen Branchen eine feste Lohn­unter­grenze durch­zu­setzen - also einen Stundenlohn, der nicht unterschritten werden darf.

Damit sollen Arbeit­nehmer vor Dumping­löhnen geschützt werden. Gleich­zeitig wird damit erreicht, dass immer weniger Vollzeit­beschäftigte zusätz­lich zum normalen Gehalt Sozial­leistungen des Staats benötigen.

Wie hoch ist Mindestlohn ab Januar 2015?

Der Mindestlohn lag ab 01.01.2015 bei 8,50 Euro brutto pro Stunde für alle Arbeit­nehmer im Sinnes des Mindest­lohn­gesetzes.

Hierbei zu beachten ist jedoch folgende Entscheidung des Bundes­arbeits­gerichts: Erhält ein Arbeit­nehmer Sonder­zahlungen, wie Weihnachts­geld oder Urlaubs­geld, vorbehaltlos und unwider­ruflich als Ent­gelt für tatsäch­liche Arbeits­leistungen, können diese mit heran­gezogen werden, um die Lohn­unter­grenze zu erreichen.

Zulagen und Zuschläge hingegen, die für Arbeiten erbracht werden, die über die Normal­leistung hinaus gehen, können nicht als Bestand­teile des Mindest­lohns betrachtet werden. Hierzu zählen beispiels­weise Über­stunden­zuschläge, Nacht­zuschläge, Schicht­zulagen und Gefahren­zulagen sowie Zuschläge für Sonntags­arbeit oder auch Trinkgelder.

Neuer Mindestlohn ab Januar 2017

Ab 01.01.2017 steigt der Mindestlohn auf 8,84 Euro pro Stunde. Dies hat die Mindest­lohn­kommission im Juni 2016 beschlossen. Die Kommission orientierte sich bei ihrer Fest­legung am durch­schnitt­lichen tarif­lichen Stunden­lohn und kam so zu dieser Erhöhung um exakt 4 Prozent. Hiervon profi­tieren mehrere Millionen Beschäftigte im Niedrig­lohn­sektor.

Die Höhe des Mindestlohns wird alle zwei Jahre neu fest­gelegt. Ab 01.01.2019 wird es entsprechend frühestens wieder einen neuen gesetz­lichen Mindest­lohn geben.

Möchten Sie das Monats­gehalt berechnen, das Sie bei Ihrer wöchent­lichen Arbeits­zeit und dem aktuellen Mindest­lohn von 8,84 Euro erhalten?
Dann tragen Sie in unseren Stundenlohnrechner einfach die Anzahl Ihrer Arbeits­stunden pro Woche ein und wählen Monats­gehalt berechnen aus.

Was gilt für Mini-Jobber?

Auch Mini-Jobber erhalten den Lohn von 8,84 Euro pro geleisteter Zeit­stunde. Möchte ein Mini-Jobber die Grenze von 450 Euro pro Monat nicht über­schreiten, kann er höchstens 50,9 Stunden pro Monat arbeiten.

Überschreitet der Mini-Jobber diese Arbeits­zeit, indem er mehr als ca. 11,7 Stunden pro Woche arbeitet, handelt es sich nicht mehr um eine 450-Euro-Minijob, sondern ein sozial­versicherungs­pflich­tiges Beschäf­tigungs­verhältnis.

Welche Ausnahmen gelten für die Einhaltung des Mindestlohns?

Es gibt nicht besonders viele Ausnahmen, die dauerhaft gelten sollen.

In § 22 des Mindestlohn-Gesetzes sind Personen­gruppen aufgeführt, für die der Mindest­lohn nicht gilt. Dazu gehören unter anderem :

  • Jugendliche ohne abgeschlossene Berufs­ausbildung
  • Auszubildende
  • ehrenamtlich tätige Beschäftigte
  • Langzeitarbeitslose (in den ersten 6 Monaten der Beschäftigung)
  • teilweise Praktikanten, beispiels­weise solche, die ein Pflicht­praktikum absolvieren

Für einige Gruppen, darunter u.a. Zeitungs­zusteller, Friseure, Leih­arbeiter, Beschäftigte in der Textil­branche, Fleisch­industrie, Land- und Forst­wirtschaft oder im Gartenbau, gelten bis maximal 31.12.2017 noch Übergangs- und Sonder­regelungen. Aber auch in diesen Bereichen muss spätestens ab dem 01. Januar 2017 ein Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde gezahlt werden.

Ab Januar 2018 gelten für die gerade genannten Branchen mit aktuell vorhandenen Übergangs­regelegungen keine Ausnahmen mehr.

Für Fragen zum Mindestlohn aller Art (auch dazu, ob das eigene Gehalt dem Mindest­lohn­gesetz entspricht) hat das Bundes­mininsterium für Soziales und Arbeit eine Hotline einge­richtet. Rufen Sie die Hotline an, um Ihre persön­lichen Fragen zum Mindestlohn zu klären.

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