Wie hoch ist der Mindestlohn?

Einführung des Mindestlohns

2019 mindestlohn

Der gesetzliche Mindestlohn wurde zum 01.01.2015 in Deutschland eingeführt. Ziel des Mindestlohn-Gesetzes ist es, in naher Zukunft in allen Branchen eine feste Lohn­unter­grenze durch­zu­setzen - also einen Stundenlohn, der nicht unterschritten werden darf.

Damit sollen Arbeit­nehmer vor Dumping­löhnen geschützt werden. Gleich­zeitig wird damit erreicht, dass immer weniger Vollzeit­beschäftigte zusätz­lich zum normalen Gehalt Sozial­leistungen des Staats benötigen.

Mindestlohn in 2019 und 2020 - die geplante Staffelung

Die Mindestlohn­kommission hat im Juni 2018 eine neue Empfehlung ausge­sprochen. Hier­nach soll der Mindest­lohn ab Januar 2019 auf 9,19 Euro pro Stunde steigen. Aktuell liegt dieser in 2018 bei 8,84 Euro. Der Mindest­lohn würde sich demnach um 0,35 Euro erhöhen, dies entspricht einer Steigerung um rund 4 Prozent.

Zudem ist eine weitere Erhöhung ab Januar 2020 geplant. So soll der Mindest­lohn nach den Berech­nungen der Kommission ab 2020 auf 9,35 Euro angehoben werden.

Möchten Sie das Monats­gehalt berechnen, das Sie bei Ihrer wöchent­lichen Arbeits­zeit und einem möglichen Mindest­lohn von 9,19 Euro erhalten?
Dann tragen Sie in unseren Stundenlohnrechner einfach die Anzahl Ihrer Arbeits­stunden pro Woche ein und wählen Monats­gehalt berechnen aus.

Grundsätzlich zu beachten ist beim Mindestlohn folgende Entscheidung des Bundes­arbeits­gerichts: Erhält ein Arbeit­nehmer Sonder­zahlungen, wie Weihnachts­geld oder Urlaubs­geld, vorbehaltlos und unwider­ruflich als Ent­gelt für tatsäch­liche Arbeits­leistungen, können diese mit heran­gezogen werden, um die Lohn­unter­grenze zu erreichen. Sonder­zahlungen werden also bei der Über­prüfung, ob der Stundenlohn über dem Mindestlohn liegt, berück­sichtigt.

Zulagen und Zuschläge hingegen, die für Arbeiten erbracht werden, die über die Normal­leistung hinaus gehen, können nicht als Bestand­teile des Mindest­lohns betrachtet werden. Hierzu zählen beispiels­weise Über­stunden­zuschläge, Nacht­zuschläge, Schicht­zulagen und Gefahren­zulagen sowie Zuschläge für Sonntags­arbeit oder auch Trinkgelder.

Wie hoch ist Mindestlohn ab Januar 2017?

Seit 01.01.2017 liegt der Mindestlohn bei 8,84 Euro pro Stunde. Dies hat die Mindest­lohn­kommission im Juni 2016 beschlossen. Die Kommission orientierte sich bei ihrer Fest­legung am durch­schnitt­lichen tarif­lichen Stunden­lohn und kam so zu dieser Erhöhung um exakt 4 Prozent. Hiervon profi­tieren mehrere Millionen Beschäftigte im Niedrig­lohn­sektor.

Vor 2017 galt noch ein Mindestlohn von 8,50 Euro brutto pro Stunde für alle Arbeit­nehmer im Sinnes des Mindest­lohn­gesetzes. Dies war der erste Mindestlohn in Deutschland, der am 01.01.2015 eingeführt wurde.

Was gilt für Mini-Jobber?

Auch Mini-Jobber erhalten (aktuell in 2019) mindestens einen Lohn von 9,19 Euro pro geleisteter Zeit­stunde. Möchte ein Mini-Jobber die Grenze von 450 Euro pro Monat nicht über­schreiten, muss er weniger als 49 Stunden im Monat arbeiten.

Überschreitet der Mini-Jobber, der den Mindestlohn erhält, diese Arbeits­zeit, indem er mehr als ca. 11,3 Stunden pro Woche arbeitet, handelt es sich nicht mehr um einen 450-Euro-Minijob. Es ist dann ein sozial­versicherungs­pflich­tiges Beschäf­tigungs­verhältnis.

Welche Ausnahmen gelten für die Einhaltung des Mindestlohns?

Es gibt nicht besonders viele Ausnahmen, die dauerhaft gelten sollen.

In § 22 des Mindestlohn-Gesetzes sind Personen­gruppen aufgeführt, für die der Mindest­lohn nicht gilt. Dazu gehören unter anderem :

  • Jugendliche ohne abgeschlossene Berufs­ausbildung
  • Auszubildende
  • ehrenamtlich tätige Beschäftigte
  • Langzeitarbeitslose (in den ersten 6 Monaten der Beschäftigung)
  • teilweise Praktikanten, beispiels­weise solche, die ein Pflicht­praktikum absolvieren

Für einige Gruppen, darunter u.a. Zeitungs­zusteller, Friseure, Leih­arbeiter, Beschäftigte in der Textil­branche, Fleisch­industrie, Land- und Forst­wirt­schaft oder im Garten­bau, galten bis 31.12.2017 noch Übergangs- und Sonder­regelungen. Aber auch in diesen Bereichen musste spätestens ab dem 01. Januar 2017 ein Mindest­lohn von 8,50 Euro pro Stunde gezahlt werden.

Ab Januar 2018 gelten für die gerade genannten Branchen mit aktuell vorhan­denen Über­gangs­rege­lungen keine Aus­nahmen mehr.

Für Fragen zum Mindestlohn aller Art (auch dazu, ob das eigene Gehalt dem Mindest­lohn­gesetz ent­spricht) hat das Bundes­ministerium für Soziales und Arbeit eine Hot­line einge­richtet. Rufen Sie die Hotline an, um Ihre persön­lichen Fragen zum Mindestlohn zu klären.

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